Interner vs. externer Datenschutzbeauftragter: Der große Vergleich

Einleitung – Die Qual der Wahl

Unternehmen, die nach DSGVO verpflichtet sind, einen Datenschutzbeauftragten (DSB) zu bestellen, stehen vor einer zentralen Frage:
Soll die Aufgabe intern vergeben oder extern an einen spezialisierten Anbieter ausgelagert werden?
Beide Optionen haben Vor- und Nachteile – und diese Entscheidung wirkt sich direkt auf Kosten, Effizienz und Rechtssicherheit aus.

Definition – Was macht ein Datenschutzbeauftragter?

Ein Datenschutzbeauftragter ist gemäß Art. 39 DSGVO verantwortlich für:

  • Beratung zur Einhaltung der Datenschutzgesetze
  • Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter
  • Überwachung der Datenschutz-Compliance
  • Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden
  • Beratung bei Datenschutz-Folgeabschätzungen (DSFA)
 

Interner Datenschutzbeauftragter – Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Kennt interne Prozesse und Strukturen bereits
  • Direkter Zugriff auf Kollegen und Abteilungen


Nachteile:

  • Hohe Kosten für Ausbildung und Pflichtweiterbildungen
  • Fehlende Praxiserfahrung direkt nach der Schulung
  • Interessenkonflikte möglich, wenn der DSB gleichzeitig andere Funktionen ausübt
  • Starker Kündigungsschutz, der Flexibilität einschränkt
  • Einsatz eigener Ressourcen, was Kapazitäten bindet

Externer Datenschutzbeauftragter – Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Spezialisierte Expertise aus vielen Branchen
  • Schneller Start ohne lange Einarbeitung
  • Planbare Kosten als Betriebsausgabe
  • Neutralität & Objektivität
  • Höhere Akzeptanz bei Mitarbeitern
  • Schnelle Reaktionszeiten bei Anfragen von Behörden
  • Häufig Vergünstigungen bei Cyberversicherungen


Nachteile:

  • Muss zunächst mit internen Abläufen vertraut gemacht werden
  • Kein permanenter Vor-Ort-Ansprechpartner (außer bei gebuchten Service-Modellen)

Kostenvergleich – Intern vs. Extern

Kostenpunkt

Intern

Extern

Ausbildung & Zertifizierung

2.000–5.000 € einmalig

0 € (im Preis enthalten)

Pflichtweiterbildung p.a.

1.000–2.000 €

0 € (im Preis enthalten)

Arbeitszeit

20–40 % der Arbeitszeit

Nach Bedarf / Pauschale

Gesamtkosten pro Jahr

15.000–30.000 €

3.000–8.000 €

Entscheidungshilfe – Welches Modell passt zu Ihnen?

  • Intern eignet sich, wenn bereits ein Mitarbeiter mit juristischer oder IT-Security-Expertise vorhanden ist, der die Aufgabe langfristig übernimmt.
  • Extern ist ideal für KMUs, Start-ups und Unternehmen ohne eigene Datenschutzabteilung, die sofort auf Fachwissen zugreifen wollen.

Fazit

In der Praxis entscheiden sich die meisten KMUs für einen externen Datenschutzbeauftragten, da die Vorteile bei Kosten, Expertise und Flexibilität überwiegen.

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